Sachlich Richtig! mit Gerd Dehnel
Shownotes
Themen der Folge:
Wie glaubwürdig sind Medien heute?
Wird die aktuelle Lage zu Recht mit der DDR verglichen?
Unterschiede zwischen Medien in der DDR und heute
Erfahrungen aus der Transformation Ostdeutschlands nach 1990
Deindustrialisierung im Osten – was lässt sich daraus lernen?
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen in Deutschland
Energiepolitik, Strukturwandel und öffentliche Debatten
Rolle von Journalismus in Zeiten von Social Media
Darum geht es in der Diskussion:
Historische Einordnung der Medienlandschaft in der DDR
Persönliche Erfahrungen aus Journalistikstudium und DDR-Medien
Wandel des Journalismus nach der Wiedervereinigung
Vertrauen, Kritik und Erwartungen an Medien heute
Transkript anzeigen
00:00:00: Sprecher 1 2023 gab es glaube ich, noch 58 Kohlekraftwerke in Deutschland und China baut jedes Jahr zwischen. Die Angaben schwanken zwischen 95 und 150 Kohlekraftwerke neu. Also auch wenn wir alle unsere Kohlekraftwerke abgeschaltet haben, kommen in China doppelt so viele neue ans Netz.
00:00:17: Sprecher 2 Aber wie sieht es denn mit diesem Vergleich, der insbesondere auch von Kollegen aus Ostdeutschland des Öfteren kam, die dann sagen Na ja, Tagesschau und heute werten auch die Aktuelle Kamera. Und irgendwann geht es den beiden ähnlich.
00:00:31: Sprecher 1 Übertrieben ist zweifellos übertrieben. Aus meiner Sicht. Die Aktuelle Kamera war nun wirklich von vorne bis hinten erstunken und erlogen und an der Realität komplett vorbei. Alleine, dass wir den Begriff Ostrock verwenden, ist ja putzig genug. Es gibt ja auch den Westrock oder es gibt Rockmusik. Aber irgendwie ist das halt so drin und das ist wer Special Interest hat sich immer noch damit zu beschäftigen und oder wie ich das mal mit einem Koautor oder mehreren Kuratoren gemacht habe, ein Buch über Osteuropa Rock und dessen Einfluss auf den DDRRock zu schreiben, das ist dann schon sehr, sehr speziell.
00:01:08: Sprecher 3 Sachlich richtig. Der podcast der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung Mücke, Gambe Ragsteske Welchering sprechen über Meinungsfreiheit, Rundfunkbeitrag, Social Media.
00:01:23: Sprecher 4 Herzlich willkommen bei sachlich richtig! Dem Medienpodcast der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung Wieder mit dabei Frisch und frei Anne Mücke Hallo, Hallo Und ein Garant für Substanz Peter Welchering. Moin. Außerdem haben wir einen Gast, einen Studiogast, der zudem zu einer aussterbenden Spezies gehört. Geboren 1959 im Erzgebirge im schönen Schlema, heute Bad Schlema, hat er Journalistik am Roten Kloster in Leipzig studiert und dann auch noch drei Jahre in der DDR bei der Nationalzeitung gearbeitet.
00:02:04: Sprecher 3 Ja, ich duze dich auch, Gerd Gerdine, weil wir haben beide am Roten Kloster studiert, ich ein paar Jahre später und haben beide auch bei dir die 64, diesen berüchtigt berühmten Jugendradio der DDR gearbeitet. Danach hast du bei Radio Brandenburg gearbeitet, bei Radio eins, da war ich auch. Und zum Schluss beim RBB Inforradio. Du hast also auch ähnlich wie ich beide Systeme kennengelernt.
00:02:31: Sprecher 3 Das eine nur kurz und das andere etwas länger und hast die Transformation des Ostens vor allem als Wirtschaftsredakteur begleitet, was ja ein besonders interessantes Thema dabei war. Und wir wollen mal gleich darüber sprechen, welche Parallelen und Unterschiede es gibt. Herzlich willkommen!
00:02:49: Sprecher 1 Ich freue mich, hier zu sein, bin gespannt und ein bisschen aufgeregt. Ein völlig neues Bild, neue Perspektive. Ich war es gewöhnt, Fragen zu stellen. Jetzt ist es ganz anders. Jetzt.
00:02:58: Sprecher 2 Ja, und wir siezen uns. Das hat damit zu tun, dass ich aus dem Westen komme. Aber ich habe das Rote Kloster einmal besucht und war 86, da hat der Journalistenverband da so eine Art Austausch gemacht, und da war ich ziemlich beeindruckt damals. Das habe ich natürlich auch, weil wir so einen Gast haben, extra das entsprechende Buch mitgebracht zum Roten Kloster.
00:03:16: Sprecher 2 Aber das hat natürlich auch noch ein paar andere Ansatzpunkte, nämlich wenn man sich jetzt mal die die Situation aktuell anschaut Stellenabbau, Probleme mit der Energie, wachsende Unzufriedenheit, natürlich auch schwindende Glaubwürdigkeit der Medien. Da wird ja das ein oder andere Mal unsere Situation jetzt hier verglichen mit der Situation der DDR, also eben in den 1.988,9 80er Jahren. Wie nah sind wir da dran?
00:03:47: Sprecher 1 Das ist jetzt gleich mal ein richtiges Brett. Zum Auftakt. Ja, völlig verständlich, dass so Assoziationen auftauchen. Also das höre ich immer wieder und dann selber auch ab und zu mal durch den Kopf. Das und das kennst du doch irgendwie. Ist doch schräg. Es gibt trotzdem gewaltige Unterschiede. Also die DDR war tatsächlich in den Achtzigern in einem lethargischen Endstadium angekommen, wo überall spürbar war Das geht so gar nicht mehr, da muss ein richtiger totaler Hader hochkommen.
00:04:21: Sprecher 1 Wir haben heute eine andere Situation, auch eine hoch krisenhafte, keine Frage. Sowohl im Sozialen als auch ganz handfest im Wirtschaftlichen, im Kommunikativen, im medialen Bereich gibt es krisenhafte Zeichen. Aber das scheint durchaus noch lösbar, wenn man die Probleme wirklich analysiert, die Realität zur Kenntnis nimmt und nach Wegen sucht. Also es scheint sowohl im Miteinander sprechen machbar zu sein, dass man wieder aufeinander zugeht.
00:04:53: Sprecher 1 Es scheint auch wirtschaftlich einiges machbar zu sein. Man muss nur Realitäten zur Kenntnis nehmen. Also einfach gesundbeten oder lügen. Die Energiewende kostet die Kugel Eis, die berühmte das geht schief und auch irgendwie was herbeibeten oder herbeiwünschen wie Wir kriegen ein neues grünes Wirtschaftswunder, wie ein Kanzler mal behauptet hat. Das wird nicht reichen, da kommen wir nicht weiter.
00:05:20: Sprecher 3 Aber wir haben ja nun gerade in der Ex DDR, im Osten des heutigen Deutschlands diese Phase der Deindustrialisierung erlebt. Also wo wirklich sehr, sehr in sehr, sehr kurzen Zeitabstand im Grunde genommen ganz, ganz, ganz viele Arbeitsplätze kaputt gegangen sind. Und so ein bisschen fühlt sich so an, als wären wir wieder am Anfang von so einem Prozess, der sehr, sehr viel Geschwindigkeit bekommen könnte in dieser Zeit.
00:05:47: Sprecher 3 Und man könnte ja eigentlich sagen, wir haben im Osten ja vieles im Live erlebt, sozusagen. Es war ja ein Experiment sozusagen am offenen Herzen. Und ich habe aber so den Eindruck, dass die Entscheider von heute nicht gewillt sind, darauf zu gucken und zu sagen Oh, da sollten wir vielleicht die Finger davon lassen. Wir haben ja dann gesehen, dass sich das so und so entwickelt hat wie Wie siehst du das?
00:06:13: Sprecher 1 Es gibt jede Menge Realitätsverweigerung, das ganz sicher. So also es wird ganz oft so getan, als ob sich die Dinge schon lösen werden. Notfalls legt man ein neues großes Investitionsprogramm auf. Schulden basiert, auch wenn man es Sondervermögen nennt, und dann wird das schon irgendwie werden. So, die Wirtschaft kommt schon wieder in die Gänge, die berappelt sich schon wieder.
00:06:37: Sprecher 1 Ein sehr deutlicher Unterschied ist zweifellos, oder aus meiner Sicht ein sehr deutlicher Unterschied, dass die DDR 40 Jahre lang wirklich volle Kanne auf Verschleiß gefahren ist. Es ist wirklich alles runter, runter, gerockt worden. Der Wohnungsbestand, mal abgesehen von ein paar wenigen Neubauten zu wenigen Neubauten im Vergleich in Marzahn und Hellersdorf und Hohenschönhausen. Ansonsten ist der Wohnungsbestand dramatisch verfallen manche Städte bis Großstädte, Leipzig Dutzend Stadtviertel zusammen, nicht ganze Stadtviertel, aber sind erste Häuser zusammengebrochen.
00:07:11: Sprecher 1 Das hätte sich so fortgesetzt. In den Betrieben ist das ähnlich aus. Ich habe als Schüler in Heidenau gearbeitet und habe das leibhaftig gesehen. Die Maschinen stammten von 1870 71. Das haben uns die Arbeiter dort, die uns eingewiesen haben, auch so erklärt und gezeigt, wo noch welche, welche irgendwelche Stempel drauf war und aus welchem Jahr die Maschine da stammte.
00:07:35: Sprecher 1 Janz so schlimm ist es in der Bundesrepublik noch nicht. Aber zweifellos sieht man auch, dass inzwischen eine Menge Verschleiß zu spüren ist. Die Bahn braucht eine Generalsanierung, die muss geradezu neu aufgesetzt werden. Es vergeht heute kaum noch eine Nachrichtensendung in Berlin, ohne dass der nächste Rohrbruch verkündet wird, der irgendwo gerade wieder ein Stadtviertel beeinträchtigt. Das deutet auch darauf hin, dass viel zu lange, viel zu wenig in die Substanz investiert worden ist, viel zu wenig erneuert worden ist.
00:08:07: Sprecher 1 Und da gibt es, da gibt es Parallelen, klar.
00:08:10: Sprecher 4 Apropos Nachrichtensendungen bilden unsere Medien, also ich meine jetzt die, die Großen, die Massenmedien bilden die zu Genüge diesen Transformationsprozess deiner Meinung nach ab, in dem wir uns befinden?
00:08:23: Sprecher 1 Der Haken ist das Wörtchen zur Genüge. Es taucht ein auf in den Nachrichten, Sendungen, in den großen Fernsehsendungen und in Magazinen und in Spezialsendungen. Und manchmal gibt es sogar eine Gesprächssendung dazu, wo Bürger zu Wort kommen, wo das durchaus thematisiert wird, ob es zur Genüge abgebildet wird und wirklich in aller Schärfe und in aller Härte. Ich glaube nein.
00:08:47: Sprecher 1 Da ist viel Luft nach oben.
00:08:49: Sprecher 2 Und da könnte nachgelegt werden. Mit anderen Worten aber wie ist es denn mit diesem Vergleich, der insbesondere auch von Kollegen aus Ostdeutschland des Öfteren kam, die dann sagen Na ja, Tagesschau und heute werten auch die Aktuelle Kamera und irgendwann geht es den beiden ähnlich.
00:09:05: Sprecher 1 Übertrieben ist zweifellos übertrieben aus meiner Sicht. Die Aktuelle Kamera war nun wirklich von vorne bis hinten erstunken und erlogen und an der Realität komplett vorbei und bestand aus Protokollmeldungen und geschönten und Parteitagsbeschlüssen und wirklich jede Menge Gedöns. Das Problem bei Tagesschau und Heute und Co ist allerdings auch, dass zum Teil zu viel Protokoll stattfindet und zu wenig wirklich ins Leben geguckt wird.
00:09:38: Sprecher 2 Protokoll aus regierungsnaher Berichterstattung zumindest Lügen.
00:09:42: Sprecher 1 Ganz klar. Wenn in Davos wieder aufschlägt, dann ist das natürlich ein großes Thema und dann wird drum herum berichtet, ganz klar. Und wenn der Kanzler in eine Bundestagsrede redet, dann wird auch aus den Auszügen erklärt, was der Kanzler gesagt hat. Nicht, dass das sinnlos wäre, da auch darzustellen, aber das wirkliche, das echte Leben kommt wahrscheinlich ein bisschen zu kurz darüber, über all diesen politiknahen Berichten.
00:10:05: Sprecher 3 Jetzt haben wir aber ja interessanterweise beide einen ganz krassen Transformationsprozess der Medien zu Wendezeiten erlebt und die Aktuelle Kamera hat sich ja binnen zwei, drei Wochen von diesem Protokoll, von dieser Protokollsendung umgewandelt mit denselben Leuten ja größtenteils in eine wirklich relevante und gern und oft gesehene Nachrichtensendung, genauso wie die, die 64 gut wurde vorher auch schon gehört und hat war ja gegen den Strich gebürstet.
00:10:32: Sprecher 3 Für mich war klar, ich kann nur dort arbeiten, nirgendwo anders. Wenn ich das Studium fertig kriegen sollte. Aber auch das war ja dann nach der Wende unglaublich beliebt. Die Leute sind zu Zehntausenden auf die Straße gegangen, um ihr Jugendradio zu behalten. Ich glaube, das hat ein westdeutsches Medium noch nie erlebt. Und könntest du dir denn vorstellen, dass jetzt, wenn gewisse Dinge sich ändern würden, also nicht nur beim öffentlich rechtlichen Rundfunk, sondern auch bei Spiegel, Süddeutsche Also wir sagen mal bei den angeblichen Qualitätsmedien, glaubst du, dass da auch noch vom Handwerk her genug Leute da wären, die so ein Switch schnell hinkriegen würden?
00:11:10: Sprecher 1 Na ja, wir haben es ja erlebt, Wir haben es ja genau tatsächlich bei der Aktuellen Kamera oder bei EF 99, dem Jugendradio oder bei Sie 64 in dieser überaus anarchistischen geradezu Zeit, wo Sachen möglich wurden und nicht nur erlaubt wurden und gefördert wurden, wo die Chefs auch gesagt haben Mach, du hast eine Idee, geh los, mach!
00:11:34: Sprecher 1 Das traf ja eigentlich auf Leute, die in diesen vier Jahren am Roten Kloster ich gehöre ja dazu wirklich lauter Stuss gelernt haben, die nicht wirklich Handwerk gelernt haben. Jedenfalls nur zum wenigsten und ungefähr die Hälfte der Zeit mit, mit. Mit Philosophie geimpft worden sind. Mit Marxismus Leninismus im Wesentlichen also so richtig doll gutes Handwerk hatten wir damals eigentlich auch nicht von der, von der, von der, von der Lehre her, sagen wir mal von der journalistischen Lehre her.
00:12:06: Sprecher 2 Die andere Hälfte Stilistik und Methodik gehörte zum Probieren, so verständlich.
00:12:10: Sprecher 3 Also ich denke auch, es gab schon gute handwerkliche.
00:12:12: Sprecher 1 Ganz Ausgleich würde das jetzt auch nicht in Bausch und Bogen verdammen und für Unsinn erklären. Es gab auch genug Schaulustige, Lehrer, Lehrende, die ihr Handwerk verstanden haben und uns wirklich etwas beigebracht haben. Das ist schon richtig. Trotzdem hatten wir ja nicht wirklich die Praxis in einer Art freien Art und Weise, ohne groß um Erlaubnis zu fragen, loszueisen, Geschichten zu erzählen.
00:12:39: Sprecher 1 Und es hat trotzdem funktioniert. Und zwar wie verrückt. Also plötzlich wurde DDR Fernsehen geguckt. Die Idee fehlender Kette war im Osten wahrscheinlich. Ich kenne die Quoten von damals nicht mehr, aber wahrscheinlich das beliebteste Medium. Also ich glaube, wir lagen weit vor vor ARD und ZDF.
00:12:57: Sprecher 4 Und diese Zeit, die du gerade beschrieben hast, also der Herbst der Umbrüche 89 Michael Meinen, beschreibt es auch in einem anderen Buch Das Erbe sind wir, das diese Erfahrungen von damals auch das Scheitern und die Ideen, die diskutiert wurden, dass man viel zu wenig heute darauf zurückgreift und dass da eigentlich ein Schlüssel liegt, um diesen Transformationsprozess heute zu meistern.
00:13:24: Sprecher 1 Ich denke, dass ein Schlüssel oder eine ein Stück Fundament damals tatsächlich medienpolitisch gelegt worden ist, ist. Wurde kurzzeitig diskutiert und debattiert, ob man diese DLF Länderkette wirklich ostweit installiert als eine Art drittes Standbein neben ARD und ZDF. Das ist ganz schnell abgelehnt worden. Ist auch ganz schnell von den Verantwortlichen von ARD und ZDF in Bausch und Bogen für Unsinn erklärt worden und überhaupt nicht ernsthaft weiterverfolgt worden.
00:13:51: Sprecher 1 Das war Idee, ist ganz schnell gestorben. Dann gab es immerhin die Idee, für die für alle Ostländer gewissermaßen ein drittes Programm, eine Art ostdeutschen Rundfunk, zu installieren. Auch das ist schnell konterkariert worden, weil sich der MDR quasi vordrängelte und sagte Nee, nee, wir machen jetzt hier was Eigenes, ganz stark gefördert aus der Art letzten Endes ja und?
00:14:16: Sprecher 2 Und bestimmt aus Bayern.
00:14:18: Sprecher 1 Nicht ganz sicher war das relativ viel Einfluss und natürlich hatte das auch was mit den politischen Gegebenheiten zu tun. Sachsen und Thüringen waren super stabil. Schwarz regiert in Anhalt zu Anfang auch. Zumindest in Brandenburg waren die Sozialdemokraten ganz sicher schon da gab es Befindlichkeiten und man hat damals einfach diese Möglichkeit wirklich sehr schnell beerdigte, sehr schnell begraben und im Prinzip eine Art Ausdehnung der ARD in den Osten.
00:14:48: Sprecher 1 So wie das in vielen anderen Bereichen auch passierte. Die sehr gewachsene Strukturen der gewachsenen Hierarchien der politischen Einflussnahme. Denn zweifellos wird im öffentlich rechtlichen Rundfunk politisch Einfluss genommen. Das ist wer da, Wer da meint ARD und ZDF, sein Staatsfernsehen, selbst der Deutschlandfunk, der irrt. Natürlich wird dort Einfluss genommen, und das hätte man damals sicherlich. Man hatte die Chance, was Neues auszuprobieren.
00:15:12: Sprecher 1 Das ist ausgeschlagen worden.
00:15:15: Sprecher 4 Und siehst du da eine Chance für für das Heute, für das Hier und Jetzt, dass sich die Dinge da bewegen?
00:15:22: Sprecher 1 Auch das ist eine extrem schwierige Frage. Ich bin ja nur kleiner Wirtschaftsredakteur gewesen und habe ein paar Interviews gemacht. Aus meiner Sicht. Ich glaube, wenn man in die Redaktionen reingeht und rein guckt, sind ganz viele Leute zumindest leise unterschwellig der Ansicht, dass da was geändert werden muss, dass das die Anstalten breiter aufgestellt werden müssen, dass sie einer größeren Breite und Offenheit debattieren müssen, verschiedene Standpunkte zu Wort kommen lassen müssen.
00:15:59: Sprecher 1 Ein ehemaliger Chefredakteur von mir hat mal gesagt Wir müssen die paar wenigen Leute, die konservative, konservative oder libertäre Positionen haben, hegen und pflegen. Die sind viel zu wenig.
00:16:11: Sprecher 3 Wann war das.
00:16:12: Sprecher 2 Nicht? Wann war das?
00:16:13: Sprecher 1 Das ist noch gar nicht. Ist gar nicht so lange her. Und diese, diese Meinungen gibt es also bis in die Chefetagen hinein. Dass wir das ist eine Leerstelle gibt es eine deutliche Leerstelle gibt. Wie realistisch das ist, kann ich mich jetzt unter meinem ehemaligen Kollegen Jörg Wagner verstecken, der sich damit viel, viel stärker beschäftigt hat mit seinem Medienmagazin, der dem Interview nach dem Ende des Medienmagazins gesagt hat bei Niggemeier was, glaube ich, bei Stefan Niggemeier.
00:16:43: Sprecher 1 Die ARD ist ein ein unsinkbares Schiff, unkaputtbar. Und genau deswegen wird sie sich kaum reformieren lassen, weil sie so, so ein Tanker ist, Ein fester, stabiler, verwurzelter, in der Politik bestens angebundene Tanker. Das ist jetzt mal sinngemäß nicht genau so gedacht. Das deute ich jetzt und deswegen wird es wahnsinnig schwer, da irgendetwas zu verändern. Weil immer Landesparlamente, Ministerpräsidenten, Medien, Politiker und und und.
00:17:12: Sprecher 1 Dort wird das Sagen und Mitreden haben. Es gab da schon Reformkommission, die sozusagen die Art ihrer Arbeit unter die Lupe genommen haben. Hat man irgendwas wieder davon gehört? Ja, die haben einen Bericht vorliegen.
00:17:24: Sprecher 2 Ja, wobei, meine Wahrnehmung ist da noch ein bisschen anders. Ich nehme wahr, dass auch in der Politik stärker tatsächlich der Reformwillen betont wird. Sehr zurückhaltend, aber immerhin. Auch die Bundestagspräsidentin hat jetzt noch mal gesagt Ja, ihr müsst da ein bisschen stärker auch reflektieren und darüber nachdenken. Oder? Die CDU Fraktion in Sachsen Sachsen Anhalt haben gesagt, Aldi und ZDF zusammenlegen.
00:17:44: Sprecher 2 Es gibt selbst in der SPD inzwischen die haben ja vor kurzem sich programmatisch auch zu einem öffentlich rechtlichen geäußert, allmählich doch so ein paar Anstöße. Ist das nicht doch so ein kleiner Trend, der sich da allmählich andeutet?
00:17:58: Sprecher 1 Wenn es ein Trend wird, wäre es erfreulich, weil es wäre dringend nötig. Ob es so ein Trend ist oder ob das nicht einfach ganz viel taktisches Verhalten mit dabei ist und vielleicht auch parteipolitisches taktisches Verhalten. Ich kann mir vorstellen, dass die CDU den Wunsch hat, dass sich im öffentlich rechtlichen ein bisschen was bewegt, weil konservative Positionen kommen ja im öffentlich rechtlichen nicht sonderlich prominent vor und wenn sie mal vorkommen, gibt es Stress und Ärger, wie Julia Russell erleben konnte.
00:18:29: Sprecher 1 Also von daher Trend umkehren.
00:18:32: Sprecher 2 Aber brauchen wir denn wirklich konservative Positionen? Also manchmal habe ich so einen Eindruck, da sollen dann zu denen grünen und roten Punkten dann einfach nur noch mal ein paar Schwarze oder Enten dazu kommen, dass das ist ja nicht unvoreingenommener Journalismus, sondern.
00:18:46: Sprecher 1 Das es ist ein Wunder Punkt. Das ist Fakt. Wenn ich von konservativen oder libertär libertären Positionen rede, meine ich erst mal nur die fehlen im Augenblick ganz deutlich sichtbar, dass es damit alleine nicht getan ist. Das einfach auch noch in Frage mich was weiß ich Frau Frau Schröder von der Republik 21 sozusagen noch ein eigenes Druckformat bekommt, um sozusagen ein konservativen Thinktank auch eine Chance zu geben, auch im Fernsehen vorzukommen?
00:19:12: Sprecher 1 Das würde erst mal gar nichts nützen, weil dann wird ja immer noch nebeneinander her agiert und geredet und nicht miteinander gesprochen. Also ja klar, das wäre nur so und das wäre das, was im Augenblick erst mal am sichtbarsten wäre, sozusagen erledigt ist es damit nicht.
00:19:27: Sprecher 4 Du bist Wirtschaftsredakteur, hast aber vor allem in den in deinen letzten Sendungen vor dem Ausscheiden dich mit Meinungsfreiheit beschäftigt. Was? Wo kam das her, dass das Du das als das wichtigste, das immanente Thema der Zeit identifiziert hast.
00:19:45: Sprecher 1 Hat mich im Prinzip immer schon. Es gibt ja gibt bei Inforadio eine sehr schöne Rubrik, die nennt sich Visavis. Da hat man einen Gast, maximal mal zwei. Es kann mal passieren, dass man mal zwei Leute im Studio hat und hat zwölf Minuten Zeit, mit ihm zu reden. Also wesentlich mehr Zeit, als man normalerweise in dem formatierten Inforadio und in vielen anderen formatierten Radios jemals jemals bekommen kann.
00:20:09: Sprecher 1 Und ich habe eigentlich relativ früh angefangen, eher über wirtschaftspolitische Themen zu reden und auch kulturelle. Habe auch ein bisschen kulturellen Hintergrund. Aber auch da hat mich immer schon interessiert, warum jemand zum Beispiel ein Wirtschaftswissenschaftler, ganz stark fürs Grundeinkommen wirbt, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann oder was nicht meine Position ist. Aber so nachvollziehen kann ich alles, aber es wäre nicht meine Position.
00:20:37: Sprecher 1 Hat mich aber interessiert, warum er sozusagen gegen den Mainstream in der Ökonomie Die meisten Ökonomen sagen es funktioniert nicht, funktioniert nationalstaatlich nicht. Dazu müsste man das Gebilde nach außen komplett abschließen, kann es keine Freizügigkeit mehr zulassen. Wenn ein Grundeinkommen das heißt geht also nicht, Warum sagt also XY dann trotzdem? Doch kann man versuchen. Und mit der Zeit hat sich der Fokus dann einfach so ein bisschen verschoben, weil ich immer mehr gemerkt habe, dass das nicht nur ein Problem in der Wirtschafts oder gar Kulturpolitik ist, sondern in der gesamten öffentlichen Debatte, dass bestimmte Positionen kaum vorkommen, dass das bestimmte Widersprüche kaum ausgehalten werden, geschweige denn ausgesprochen werden.
00:21:21: Sprecher 1 Und dass es immer mehr, immer mal wieder den Versuch gibt, selbst da, wo man das noch findet, dann eigentlich zu sagen Das wollen wir eigentlich nicht, also ist es uns zu viel. Das ist uns zu zu radikal, zu nicht, nicht Mainstream, zu was auch immer, nicht behutsam genug oder gibt.
00:21:40: Sprecher 3 Oder wir könnten Ärger bekommen.
00:21:42: Sprecher 1 Wir können Ärger bekommen. Es auch noch. Ja, durchaus. Mal mit was kommen kann, ist mir nie begegnet. Tatsächlich? Also ich habe die Gesprächspartner, mit denen ich reden wollte, immer durchbekommen. Es gab eigentlich nie wirklich ernsthaften Stress, auch wenn ich den Christian Zeller eingeladen habe oder Vince Ebert, die ja durchaus ihren Ärger haben in der öffentlichen Wahrnehmung. Das war nie, stand nie in Frage.
00:22:06: Sprecher 1 Also es hat nie einer gesagt, mit dem geht es aber nicht.
00:22:09: Sprecher 3 Das erstaunt mich ehrlich gesagt. Also du warst ja eigentlich Zeit deines Lebens, fast zeit ihres Lebens. Beim RBB. Ich habe auch 30 Jahre lang beim RBB gearbeitet und habe das durchaus anders erlebt. Vielleicht auch, weil ich lange Zeit auch über Produktionsfirmen gearbeitet habe. Aber ich kann mich zum Beispiel entsinnen, dass es schon über 20 Jahre her, da war Harald Martenstein noch Kommentator der Zeit, und wir hatten so eine Sendung, so eine Kooperation mit der Zeit, auch fragwürdig, und da hat er immer seine Kommentare sozusagen eingelesen und da ging es auch mal wieder um den damals auch um die GEZ Gebühren.
00:22:43: Sprecher 3 Also weil es gab ja immer Aufruhr, immer Diskussionen und dann kam die war Chefin des Senders und sagte ja, das könnt ihr jetzt nicht bringen und es geht ja jetzt gerade so und sie gesagt Wieso Natürlich gerade deshalb. Wir müssen doch Offenheit zeigen und also die Moderatoren und ich, wir haben das dann durchgesetzt, aber gegen sehr viel Widerstand und na ja, die Moderatorin war dann eh sagt auch nicht mehr so lange bei dem Sender.
00:23:06: Sprecher 3 Also das ist ja auch noch die Frage, kann ich etwas durchsetzen jetzt in dem Moment, was passiert dann mit mir? Aber du sagst, du hast es kein Problem. Also gibt es tatsächlich bei Inforadio diesen Diskurs Freiheit innerhalb der Redaktion. Wir haben ja festgestellt bei Meinungsvielfalt jetzt, dass viele Kollegen gesagt haben Nee, also auch hinter den Kulissen kann man das eigentlich nicht mehr offen und frei diskutieren.
00:23:30: Sprecher 1 Ähm, ich kann ja logischerweise nur aus meiner Erfahrung berichten, was Inforadio anbelangt. Ich habe tatsächlich immer so erlebt, dass dort viel Debatte möglich war, dass man dann mit einer dezidiert rechten Position oft sehr einsam da steht, ist Fakt. Dass der Widerstand dann groß ist, das hängt mit der Zusammensetzung der der der Redaktionen logischerweise zusammen, mit der Herkunft der Leute.
00:24:01: Sprecher 1 Das darüber gibt es ja ganz viele schlaue theoretische Erörterungen, wie das die Leute aus denselben sozialen Bezügen kommen, dass sie dieselben Schulen besucht haben, die dieselben Lehrer gehört haben, dieselben Uni Dozenten hatten etc. etc. und sich dann im Prinzip in einem, in einem ziemlich, ja in einem Korridor schlicht und einfach befinden. Mal ein bisschen weiter, mal ein bisschen länger.
00:24:24: Sprecher 1 Und wenn man davon von der Seitenlinie immer mal wieder sagt Leute, ist das wirklich automatisch so? Also ist die Energiewende, nur weil wir beschlossen haben, dass die toll ist, funktioniert wirklich gut oder haben wir ein Problem mit unseren Strompreisen? Dann wird man streckenweise ein bisschen komisch angeguckt, so wie jetzt. Klimawandel ist schon angekommen, aber es gab da nie irgendein Einordnen.
00:24:55: Sprecher 1 Also ich habe nie einen Eindruck.
00:24:56: Sprecher 4 Aber werden wir mal ganz konkret und schauen noch mal auf die Korona. Zeit Weil ich habe da aus dem RBB gehört, dass man wirklich nur noch geflüstert hat und also man darf ja eigentlich nicht mehr. Und wie hast du diese Zeit erlebt?
00:25:11: Sprecher 1 Das war tatsächlich ein Katalysator für alle Bauchschmerzen, die man so jemals haben konnte. In Sachen innerbetriebliche Demokratie tatsächlich Und Debattenkultur.
00:25:24: Sprecher 1 Da wurde es richtig schwierig, weil es gab so ein paar sakrosankte Ansichten wie Das Virus ist so wahnsinnig gefährlich, dass man tatsächlich alles runterfahren muss. Da dagegen anzustecken und zu sagen Leute, stimmt das, haben wir alle Blickwinkel geprüft. Haben wir über das Virus geredet? Ja, haben wir, haben wir über Folgekosten, über Ökonomie geredet? Haben wir nicht. Haben wir über Kindererziehung, Kinderbetreuung, Schulbildung geredet?
00:25:55: Sprecher 1 Nein, haben wir auch nicht.
00:25:57: Sprecher 3 Über Zweifel, über Zweifel an den Regularien haben wir darüber geredet.
00:26:01: Sprecher 1 Dass das war alles. Im Prinzip funktionierte schlecht. Trotzdem auch da wieder Inforadio ist immerhin immer wieder mal was gelungen. Also bei einer der ersten großen Demos in Leipzig wurde hinterher natürlich auch in unserer Redaktion heftig darüber debattiert sind. Doch jetzt marschieren dort die ganzen Rechten auf und nutzen jetzt Korona, um den den Nazis den Weg zu bereiten. Und ich habe einfach empfohlen, ich kannte jemand in Leipzig, der hat tatsächlich die Bürgerproteste damals die mitorganisiert.
00:26:39: Sprecher 1 Er war beim Neuen Forum und hat.
00:26:43: Sprecher 1 Zählte zu den wenigen Leuten, deren Telefonnummern sozusagen intern veröffentlicht worden sind ist wenn sind, wenn jemand verschwindet oder jemand im Knast landet, dort anrufen, Die kümmern sich. Also der war wirklich richtig involviert in den den friedlichen, die friedliche Revolution und ich wusste von dem, der hat teilgenommen, der war bei dieser Demo, habe gesagt ich kann euch die Telefonnummer besorgen, ruft ihn an, fragt ihn, holt ihn.
00:27:08: Sprecher 1 Auf dem Sender habe ich ihn angerufen und gesagt Würdest du tun? Hat er erst mal zurückgezogen. Dann, wenn du das jetzt nicht so ganz meinen Job und bla und rief mich auch ein paar Minuten später zurück, sagte meine Frau Hat mich gerade rund gemacht, hat gesagt meckern, du muss jetzt auch reden. Also habe ja gesagt. Und dieses Interview gab es.
00:27:25: Sprecher 1 Dieses Interview lief im Inforadio des war und ist mal passiert ist ja soweit ich weiß, ist es so wie aufgezeichnet gesendet worden ist nichts maßgeblich rausgerissen worden. Das passiert ja nicht wahnsinnig oft, aber es passierte. Andererseits Es gibt auch die absolut gegensätzlichen Beispiele mir selber. Das passiert als der RBB Ende vor Weihnachten 2021 zwei G einführte, also bis am Nachmittag des 23. unmittelbar vor Heiligabend, ist das rumgeschickt worden.
00:27:56: Sprecher 1 Im Intranet veröffentlicht. Ab morgen kommt niemand mehr rein, der nicht geimpft oder gewesen ist. Gar niemand. Davor musste der, der nicht geimpft war, so schon jeden Tag sein. Seinen Test vorzeigen wurde sozusagen ein Extra nicht Eingang, aber in einen extra Tresen gelenkt, um dort vorzuzeigen, also trotzdem rein darf, obwohl er nicht genesen ist. Ich habe umgehend. Als dieses dieser Ukas im Internet veröffentlicht wurde, habe ich umgehend namentlich ich den gezeichnet reingesetzt.
00:28:26: Sprecher 1 Halte ich für Irrsinn. Was ist denn hier los? Es gab sehr schnell Reaktionen. Anonym. Was suchst du eigentlich noch? Im öffentlich rechtlichen bist und ich bei Russia Today anfangen wollte. Auch dachte. Alter Falter, mein Name steht da. Wir wissen, wie wir uns im Web erreichen. Eine Art RP online P.de und du kannst mir selber sagen, was ich von Arsch bin, aber du setzt anonym rein, dass ich eine bin.
00:28:54: Sprecher 1 Schwierig.
00:28:55: Sprecher 3 Da fällt mir ganz kurz ein, Sind zwar so ein bisschen Interna, aber es ist ja ganz gut weg, mal drüber zu sprechen. David Biesinger, der ja auch lange Chef des Inforradios war und dann Chefredakteur beim RBB war, bis es zur Causa Gelbhaar kam, jetzt immer noch in hohen Positionen beim RBB beschäftigt ist. Warum auch immer. Den habe ich mal gefragt.
00:29:15: Sprecher 3 Bei so einer Podiumsdiskussion, warum es zu dieser Anordnung kam des RBB. Das hat ja kein Gesetzgeber vorgeschrieben. Das war ja faktisch dann eine Impfpflicht. Und wenn man wie ich als Freier darauf angewiesen ist und das Programm macht und nicht von zu Hause was machen kann, sondern man macht Beiträge, man muss vor Ort auch noch arbeiten, dann war ich ja letztendlich gezwungen, mich entweder anzustecken oder mir die Impfung zu holen und deine Antwort darauf war ja, also eine Chefredaktion, haben wir das so gelöst, dass jeder zu Hause bleiben konnte, der nicht kommen wollte?
00:29:50: Sprecher 3 Und dann sagte ich Aber Herr Biesinger, das ist doch jetzt nicht ernsthaft Ihre Antwort. Als Chefredakteur des RBB auf meine Frage. Ja, doch was anderes könne er dazu nicht sagen. Also da muss ich sagen, da war ich wirklich für einen Moment sprachlos. Und wie erklärst du dir, dass solche Menschen offensichtlich in diesem System mal immer weiter nach oben gespült werden und dann offensichtlich auch nicht mehr ausgespuckt?
00:30:16: Sprecher 1 Das ist ein ARD weites und ich nehme an, im ZDF, Deutschlandfunk und wo auch immer ist das ganz ähnliche Phänomen, dass sobald man in diesem System eine bestimmte Führungsposition erreicht hat, gibt es keinen Ruck, kein Rücksturz mehr. Es passiert nicht mehr, dass man irgendwie. Peter Prinzip kann ich noch sagen, Ja, da kann ich noch so scheitern. Wenn ich als Wellenchefin scheitere und offenkundig scheitere, dann wird seitwärts was Neues erfunden.
00:30:45: Sprecher 1 Dann gibt es quasi nicht einen Koordinationsposten für die ARD Arte Zusammenarbeit oder.
00:30:54: Sprecher 2 Beauftragter oder.
00:30:55: Sprecher 1 Beauftragter für was weiß ich was oder neuer. Ein neues Querschnittsressort wird dann gebildet zu den schon existierenden Chefs. Dazu gibt es dann halt noch einen Dritten, der das irgendwie verbindet. Das ist natürlich ein irres System, woran eine solche Organisation auch mit der Zeit zu ersticken droht, weil es geht ja niemanden mehr weg. Es gibt immer weitere seitwärts Beförderungen sozusagen.
00:31:22: Sprecher 1 Ja, irgendwann hat mal jemand das Rentenalter erreicht. Es ist schon richtig, aber normalerweise müsste man, wenn man, wenn man an der freien Wirtschaft scheitert, als was für sich Betriebs Chef oder oder was auch immer, dann kann ich entweder wieder zurück in die Planungsabteilung gehen, die ich gut geleitet habe oder ich gehe raus irgendwo anders hin, weil jemand sagt mir, das war schon in Ordnung gemacht hat.
00:31:45: Sprecher 1 Dort hat es nicht gepasst. Bei uns muss werden wie auch immer, aber innerhalb des Systems die Leute immer seitwärts sozusagen weiterzureichen, mit diesen neu geschaffenen Jobs den nächsten Verwaltungs Jobs zu schaffen, weil der hat ja dann auch ein Recht auf eine Referentin, Assistentin oder was auch immer oder ein Redaktionsassistenten zusätzlich oder was auch immer. Und das findet nur noch auf dieser, auf dieser Häuptlingssebene statt und da, wo die, die die Beiträge gemacht werden, die Moderationen verfasst etc. dort gibt es ein Aufwuchs.
00:32:22: Sprecher 1 Der Aufwuchs ist immer nur.
00:32:23: Sprecher 3 Da und da gibt es auch hire and Fire, und zwar eiskalt.
00:32:25: Sprecher 1 Logisch. Das ist ja ein weiteres systemisches Problem, das im öffentlich Rechtlichen diese doppelte Arbeitnehmerschaft sozusagen, existiert. Die Festangestellten und die Freien. Und wenn die Sender das irgendwann mal abschaffen müssten, weil sie genötigt werden würden, von den Arbeitsgerichten, die Leute, die ohnehin ständig da arbeiten, auch wirklich anzustellen, dann hätten wir noch ein ganz anderes, fundamentales finanzielles Problem, weil natürlich werden Freie schlechter bezahlt als feste.
00:32:53: Sprecher 1 Selbstverständlich sind die Einkommen dort niedriger, selbst wenn jemand praktisch das Gleiche macht wie der berühmte C8 Redakteur, was so ein Durchschnittsredakteur ist. Ein Festangestellter hat ja 20 % weniger Einkommen, ganz logisch, was unter anderem damit zusammenhängt, dass man halt, je länger man da ist, als fester aufwuchs, hat einen Aufwuchs hat an Tarifstufen sozusagen. Da muss noch gar keine neue Tarifvertrag her, das passiert einfach automatisch alle zwei Jahre.
00:33:19: Sprecher 1 Der Freie bleibt bis ans Lebensende auf dem Honorarniveau. Was er hat auch kleinere Erhöhungen mit den Tarifverträgen klatschen ist schon richtig. Aber ob ich 40 oder 30 Jahre im Haus bin oder zwei das Honorar für denselben Job ist das gleiche. Das könnten die Sender glaube ich, gar nicht finanzieren. Von den Pensionsverpflichtungen, die dann noch dazu kämen, von den Betriebsräten mit retten, will ich gar nicht.
00:33:41: Sprecher 1 Gar nicht erst reden.
00:33:42: Sprecher 4 Ja, jetzt hast du diesen Kommentar von Russia Today erwähnt, der anonym abgegeben wurde. Wie sehr schauen denn die Kollegen und Kolleginnen auf die alternativen Medien, auf diesen, nennen wir sie mal freien Medien?
00:33:58: Sprecher 1 Ich vermute ganz stark, nicht so besonders stark. Ich glaube, das ist also Russia Today, wo das, was jemand einfach so als besonders fies oder was auch immer eingefallen, als erstes ist. Ich vermute nicht, dass er jemals oder sie Russia Today geguckt hat. Weiß ich nicht, kann ich nur vermuten. Aber ich eher auf nicht so dolle.
00:34:19: Sprecher 4 Aber wird das wahrgenommen als Konkurrenz oder ist das wird das komplett weggeschoben Schwurbelecke und brauchen wir uns nicht mit beschäftigen?
00:34:27: Sprecher 1 Das wird wahrgenommen schon alleine als Bedrohung, weil das ein Teil des Publikums abwandert In die neuen Medien, das ist ja überhaupt nicht zu leugnen, ist vor allem das jüngere Publikum abwandert und die älteren noch dabeibleiben. Das sieht man an jeder, an jeder Höre und Zuschauer Befragung. Ähm, ja, bemerkt wird das schon. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sich wirklich damit beschäftigt.
00:34:56: Sprecher 1 Also dass sich wirklich mal jemand einen Podcast, auch einen solchen Podcast hier wirklich anschaut, die Stunde lang durch guckt und versucht dahinter zu kommen. Was machen die denn wie, warum macht es so? Warum Laden sind die und die einen die diesen oder jenen und was? Was passiert da? Was? Was wird vielleicht anders gemacht? Vielleicht auch besser? Das findet eher nicht so wirklich statt.
00:35:22: Sprecher 1 Also das ist tatsächlich ja Bedrohung und zum Teil auch harte Abwehr, weil die reden ja mit dem Falschen. Also wie kann man mit jemand reden, der schon mal mit Martin Sellner geredet hat, wo schwierig das. Ja, das ist eine tiefere Beschäftigung, fürchte ich. Ist bei vielen nicht wirklich vorhanden.
00:35:48: Sprecher 2 Also erst mal diffamieren, nur.
00:35:50: Sprecher 1 Ja, ja, unbedingt. Also diese, diese, dieser Abwehr reflex ist sehr stark ausgeprägt. Übrigens auch schon bei klassischen Medien, also wenn in einer Redaktionskonferenz mal drüber geredet werden muss, dass gerade in der Springerpresse ein Thema ganz groß ist, dann kommt das eigentlich nie ohne die Bemerkung Springer macht da gerade eine Kampagne, also ist das einfach. Das ist ein anderes, ein konkurrierendes Medium, eine Geschichte entdeckt hat und diese Geschichte jetzt auch penetriert.
00:36:22: Sprecher 1 Was normal ist, das generiert Leser, generiert online Klicks, ist dann unbedingt eine Kampagne. Also ohne diese Einordnung wird es schwierig.
00:36:32: Sprecher 2 Das heißt, was Business Insider dann zu Politikern gemacht hat, war auch erst mal Kampagne in der internen Darstellung.
00:36:37: Sprecher 1 Also in der Führungsspitze. Das ist tagelang so gefahren worden. Das ist a Kampagne, b Verleumdung. Und sie müssen wir den Maulwurf finden, der aus dem Haus die Unterlagen rausgegeben.
00:36:47: Sprecher 3 Hat, dass die Bedrohung durch Frau Schlesinger.
00:36:49: Sprecher 1 Genau das war mehrere Tage lang die eisenharte Linie der der Führung hat allerdings in dem Falle bei den Beschäftigten nicht gut verfangen, Weil da also das in der Ära Schlesinger ein paar Dinge sehr aus dem Ruder gelaufen sind, das konnte man sehr gut bemerken.
00:37:05: Sprecher 3 Das interessiert mich jetzt auch mal. Also der RBB hat sich ja leider Gottes in den letzten Jahren mit noch weniger Ruhm bekleckert als die anderen ARD Anstalten und das ZDF. Also es ist, ich mag es mal nicht Schlesinger Skandal nennen, weil es ist natürlich der Name für eine tiefergehende strukturelle Problematik, die ja alle Sender letztendlich haben, die aber dann irgendwie unter Frau Schlesinger noch mal kombiniert ist, warum auch immer.
00:37:34: Sprecher 3 Aber es gab ja dann auch noch genau vor einem Jahr die sogenannte Causa Gelbhaar. Ich habe das ja auch alles noch relativ nah mitbekommen, also zumindest die, die Schlesinger. Zeit Da gab es so einen, so ein Aufbäumen. Jörg Wagner Unser Kollege sagte ja, es fühlt sich so ein bisschen an wie zur Wende, denn es könnte wirklich ein Befreiungsschlag passieren.
00:37:55: Sprecher 3 Und dann hat mich gesagt Jörg, du dich da mal nicht. Ich glaube das nicht. Ich glaube nicht, dass es ein Befreiungsschlag werden wird, sondern es wird jetzt kurz aufkochen, dann werden so ein paar Leute, es wurde ja auch nur die oberste Führungsebene entfernt, die mittlere Führungsebene, die genauso verantwortlich ist, ist nach wie vor da. Es nach oben gerückt teilweise das wird wird nicht passieren.
00:38:14: Sprecher 3 Und genau das ist auch eingetreten. Trotzdem habe ich aus dem RBB viel Gegenwind bekommen, soweit ich überhaupt Reaktionen bekommen habe. Wie hast du das wahrgenommen? Wie geht man denn im RBB damit um? Das ist doch völlig anachronistisch, was da in den letzten Jahren passiert ist.
00:38:32: Sprecher 1 Da gibt es im RBB. Wahrscheinlich gibt es das überall, aber ich kann nur weil er mit wir reden offensichtlich ganz offenkundig zwei Wahrheiten. Also die eine Wahrheit ist Wir haben alles wieder im Griff. Das wird jetzt alles. Wir, wir, wir haben die schlimmsten Zeiten hinter uns. Wir schaffen es jetzt auch, ohne betriebsbedingte Kündigungen durchzukommen. Dank unserer großartigen Führungsarbeit.
00:38:56: Sprecher 1 Alles ist wieder schön und im Lot. Und das war nur ein Ausreißer. Das hat auch keine systemischen Gründe. Das das war einfach ganz schlechte Führung. Und das ist jetzt erledigten vorbei bei die andere. Die andere Wahrheit ist, es wird alles genau so weitergemacht wie vorher. Das ist das ist jetzt vielleicht zu hart gesagt, weil natürlich gibt es punktuelle Veränderungen.
00:39:20: Sprecher 1 Natürlich gibt es neue Zuständigkeiten und ganz integre Menschen. Wahrscheinlich, die da jetzt am Markt sind, die auch das Beste und Schönste wollen, ganz aus tiefstem reinen Herzen. Aber der Apparat, diese Art Führung, diese, diese starken, starren Hierarchien, die nach meinem Eindruck beim RBB jetzt sogar noch mal verstärkt werden, das sind jetzt wieder ein Haufen Führungs neue Führungsjobs ausgeschrieben worden und Referenten stellen, weil man die ja für die Führungsjobs auch wieder braucht.
00:39:56: Sprecher 1 Man hat nicht den Eindruck, als ob dort wirklich an eins dieser kurze Moment, den Jörg da meint zu verspüren, kann ich gut nachvollziehen, weil ich hatte auch so ein kurzes Zucken und dachte okay, das ist jetzt eine Möglichkeit, möglichst viel und breite Mitarbeiterbeteiligung zu erreichen, möglichst viel und breite. Wir nennen wir es Kommission oder was auch immer, die sich finden aus dem ganzen Haus, um wirklich jeden Stein umzudrehen und zu gucken, wo ist und warum dieses Ding so aus dem Ruder gelaufen.
00:40:30: Sprecher 1 Warum gab es an keiner Stelle irgendeine Bremse, die irgendjemand hätte betätigen können? Warum ist das? Warum haben die sich gegenseitig Verträge genehmigt, die nach meinem Dafürhalten wirklich komplett sittenwidrig sind? Auch wenn die Gerichte das alles durchwinken, weil es waren halt Verträge und die waren wie auch immer egal. Ich würde sie für für hoch hochgradig sittenwidrig halten. Noch dazu, wenn ich von dem Geld der Leute lebe, die jeder Haushalt seine Abgabe entrichten muss.
00:41:01: Sprecher 1 Aber genau darüber soll eben lieber nicht geredet werden. Jetzt arbeitet mal wieder schön. Wir haben es im Griff.
00:41:10: Sprecher 2 Hat das denn nicht auch zu tun, dass tatsächlich die Leute dann auf so, so Parkposition geschoben werden, dass die Positionen erweitert werden und dadurch dann nicht auch letztlich so eine Art Verantwortungs diffusion zustande kommt? Also Programmdirektion eins zeigt auf Programm Ja zu zwei uns auch. Die sind doch eigentlich und die anderen sagen die sind doch eigentlich und dann interessiert sich eigentlich keiner mehr fürs Programm und für Journalismus, oder?
00:41:32: Sprecher 1 Die Strukturen kenne ich zu wenig, um das wirklich beantworten zu können. Aber der Verdacht liegt nahe, dass es genau damit zu tun hat, dass es keine klaren Verantwortlichkeiten gibt, dass es keine klaren Zuständigkeiten gibt und dass es auch, dass auch niemand mehr Verantwortung übernehmen muss. Das ist ja die absolute Ausnahme. Wenn wirklich mal jemand aus der Führungsposition sozusagen ja zur Verantwortung gezogen wird, nach außen hin zumindest und dann seitwärts befördert wird, aber übt das überhaupt vorkommt, ist ja eigentlich findet eigentlich nie statt.
00:42:01: Sprecher 2 Aber eigentlich wäre doch dann die Stunde der der Journalisten aus dem Maschinenraum. Also die würden müssten doch, doch eigentlich sagen okay, jetzt komme ich aus meiner Geschichte und jetzt setze ich mal bestimmte Forderungen um und dann können wir den Laden hier auch ein bisschen auf links drehen. Da passiert aber auch nix.
00:42:16: Sprecher 1 Nein, passiert auch nix.
00:42:20: Sprecher 1 Da ist, glaube ich, keine Ahnung was, was da alles, was da alles zusammenkommt. Es gab eine kurze Debatte, als die neue Intendantin nominiert war und klar war, sie wird ist die neue RBB Intendantin. Gab es eine kurze Debatte unter freien Mitarbeitern? Wahrscheinlich auch in der festen. Ja, aber ich kenne es nur unter Freien, dass das so eigentlich nicht geht, dass man diese Drehtür so klar gefunden und praktisch der direkte Wechsel ich übertreibe jetzt direkte Wechsel von der Regierungssprecher Bank auf den Intendantensessel.
00:42:52: Sprecher 1 Unsauber ist, dass das ja mindestens gerade.
00:42:55: Sprecher 3 In dieser Situation.
00:42:56: Sprecher 1 Und in dieser Situation obendrein auch noch besonders auffällt, dass die Debatte erstarb sehr schnell wieder auf, weil so richtig richtig vorne weg marschieren mochte da auch keiner und es war, was dann immer das ganz schnell eine Rolle spielt In all solchen Debatten ist tatsächlich dieses Wir dürfen uns jetzt nicht auseinanderdividieren lassen, wir stehen doch so unter Druck. Die draußen, die draußen warten doch nur darauf, dass wir solche, solche, dass wir uns jetzt im Inneren zerfleischen.
00:43:28: Sprecher 1 Da reiben die sich doch bloß die Hände von AfD bis Business Insider oder was auch immer. Das können wir sie machen. Wir müssen im Blick behalten Ja, und wenn das blöd ist, dann müssen wir das. Aber jetzt erst mal, jetzt erst mal!
00:43:41: Sprecher 4 Ich glaube aber, du hast so eine Zeit, so eine, so eine Sauerstoffblase, wo relativ viel ging, hast du erlebt. Und zwar war das nach der Wende Bei Radio Brandenburg hast du das erste Wirtschaftsmagazin gestartet und damals war ja auch eine Taktik. Also Wirtschaft hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen in der Berichterstattung wurde plötzlich ernst genommen Kannst du uns noch mal dahin mitnehmen?
00:44:08: Sprecher 4 Und warum bekommst du eigentlich aus dem journalismus? Warum hast du damals gesagt So, Wirtschaft ist dein Steckenpferd.
00:44:16: Sprecher 1 Weil Kultur was Zauberhaftes ist, was Tolles, was vielleicht das einzige, was von der Menschheit übrig bleiben wird, sind wahrscheinlich kulturelle Zeugnisse. Aber das, was Kultur möglich macht, sind die Leute, die die materielle Basis erarbeiten. Die Leute, die Häuser bauen und Erze schürfen und Stahl schmelzen und Kühlschränke bauen und Tische herstellen, auf die kommt es ganz doll an und in diesem Transformationsprozess nach 1990 Treuhandanstalt.
00:44:48: Sprecher 1 In dieser Überführung der Volkswirtschaft der DDR in in eine Marktwirtschaft ist a wahnsinnig viel Porzellan zerschlagen worden. Es sind wahnsinnig viele Biografien gebrochen worden, die man nicht hätte brechen müssen. Es sind Betriebe geschlossen worden, die überlebensfähig gewesen wären, wenn man es versucht hätte. Wenn der Westen das ist jetzt klingt jetzt wie ein Klischee, aber ich habe das halt häufig in der Berichterstattung erlebt.
00:45:13: Sprecher 1 Wenn der West Investor kam und sagt, diese Brandenburger Bude nehme ich, dann hat ja einen Ein Mark Vertrag bekommen und musste sich pro forma verpflichten, für 24 Monate 50 % der Belegschaft nicht zu entlassen. Und das war's. Wenn die Belegschaft desselben Brandenburger Betriebs oder des Nachbarbetriebs gesagt hat Wir selber übernehmen den Laden, wir die Belegschaft, wir überführen den jetzt sozusagen in unser Eigentum und in die Marktwirtschaft.
00:45:41: Sprecher 1 Da wurde den ganz genau aufgerechnet, was das, was jeder Nagel, jede Schraube in dem Wertwerk wert ist. Und das sollten die bezahlen. Das konnte fast niemand bei den Kreditkarten Kredit hast du nicht gekriegt. Lauter so eine Sachen, die auf die man damals gestoßen ist, die ich für so spannend gehalten habe, dass ich die Kultur zur Seite gelegt habe.
00:46:01: Sprecher 1 Ich habe trotzdem immer mal wieder was Kulturelles gemacht, aber mich dann halt wirklich komplett auf Wirtschaft konzentriert haben.
00:46:08: Sprecher 3 Wie das? Das finde ich jetzt mal interessant. Also es gab diese kurze Zeit nur in den 90er Jahren, als Wirtschaft eine große Rolle spielte, weil in den neuen ungebrauchten Ländern in den fünf, da spielte das natürlich eine irre große Rolle, weil das komplett brach und in der weiß ich nicht. In den gebrauchten Bundesländern mag das ein bisschen anders gewesen sein, aber ich habe generell dann so eine Wandlung in den 2000 dann gespürt, dass die Berichterstattung über Wirtschaft irgendwie zurückgegangen ist, auch immer weniger fassbar wurde.
00:46:44: Sprecher 3 Es gibt ja diese wunderschöne Persiflage in der heute show von Martina Hill.
00:46:49: Sprecher 4 Die dieses Nicht heute Show, das ist Pro7 gewesen.
00:46:52: Sprecher 3 Und sie war das mit Frau Lore, wo Martina Hill diese diese unglaublichen Sprachstanzen von Anja Kohl.
00:47:00: Sprecher 3 Ja, persifliert hat, wo man dachte, versteht überhaupt keiner mehr. Und irgendwie entweder gibt es kein Verständnis mehr in den Wirtschaftsredaktion, was ich fast vermute. Peter, ich weiß nicht, ob du das ähnlich siehst oder will man das nicht mehr? Aber ich finde, die Wirtschaftsberichterstattung hat quantitativ und qualitativ extrem abgenommen in den letzten zehn 20 Jahren und frage mich ist das Absicht?
00:47:27: Sprecher 3 Denn das, was daraus wird, das erleben wir jetzt, erleben wir ja jetzt, wenn Leute immer noch sagen Ja, grüne Energie und wir brauchen Elektroautos und so und die die einfachsten Dinge einfach ausblenden.
00:47:40: Sprecher 1 Kann ich kann ich für das Inforadio so nicht bestätigen. Also im Inforadio ist das Wirtschaftsressort immer unangetastet, stabil mit seinen Sendeplätzen und sogar zum Teil ausgeweitet worden. Also speziell im Inforadio ist es nicht so, da gab es, gab es und gibt es relativ viel Wirtschaftsberichterstattung und die ist auch immer sehr hoch geschätzt worden. Also gerade so in krisenhaften Zeiten.
00:48:03: Sprecher 1 Und dann hatten wir keine Krisen es wirklich sehr immer wieder wertgeschätzt worden, dass die Wirtschaftsredaktion das Ressort dazu beiträgt, dass man Dinge versteht und viel Programm weggeschleppt wird, was weiß ich. Finanzkrise 2008, 7 bis 9 quasi ganz massiv Griechenlandkrise etc. Aber insgesamt ist da wahrscheinlich was dran. Ich vermute tatsächlich, dass Wirtschaftsberichterstattung zum Teil ausgedünnt worden ist. Personell. Vielleicht gibt es auch nicht so furchtbar viele Leute, die sich wirklich als Journalisten für Wirtschaft interessieren und da rein wollen.
00:48:41: Sprecher 1 Es kann auch eine große Rolle spielen. Der rote Teppich findet in der Wirtschaft nicht statt. Und obendrein ist wahrscheinlich auch eine gewisse aber so und ich habe es schon vor. Ich weiß nicht wie viel Jahren mit Wolf Lotter mal in Visual Wir gemacht, in dem er sich bitter beklagt und zu Recht beklagte, dass Wirtschaft, Wirtschaftsthemen der absolute Killer sind.
00:49:05: Sprecher 1 In jedem Gespräch fang an, über Wirtschaft zu reden, wenn es nicht gerade ganz akute, sichtbare Probleme sind und die Leute wenden sich ab und wollen lieber über etwas anderes sprechen. Es gibt eine relativ große Aversion und es gibt viel mangelndes Wissen, was Zusammenhänge anbelangt, wirtschaftliche Zusammenhänge. Da muss man gar nicht in die betriebswirtschaftliche Tiefe gehen, sondern einfach ganz simple, simple Fragen wie Es gibt kein hoch entwickeltes Industrieland, das mit sehr hohen Energiepreisen gut klar käme.
00:49:41: Sprecher 1 Das gibt es nicht. Es existiert nicht. Länder, in denen die Energie sehr teuer ist, sind nicht hoch entwickelt. Das ist ein Fakt. Der ist auch logisch, weil für eine Produktion von Industrieproduktion brauchst du Energie. Und wenn der Kostenfaktor aus dem Ruder läuft, kannst du nicht mehr mit denen konkurrieren, die mit billiger Energie dasselbe Zeugs bauen, weil die können dann billiger produzieren.
00:50:04: Sprecher 1 Damit bist du weg vom Markt. Das ist bei ganz vielen Leuten einfach nicht da. Das ist, weil es ihnen nicht gesagt wird, das ist jetzt Henne und Ei. Also ist zuerst das Desinteresse da oder ist zuerst die mangelnde Berichterstattung da? Das das bedingt einander.
00:50:21: Sprecher 2 Hat die Situation des Wirtschaftsjournalismus die auch damit zu tun, dass ja so generell, vor allen Dingen im öffentlich rechtlichen auch fast schon das muss abgebaut wurde über die Jahre und da hat es nach meinem Dafürhalten die Wirtschaftsjournalisten besonders erwischt. Wobei tatsächlich meine Erfahrung oder meine Wahrnehmung ist auch so Info Radios, da haben die noch überlebt, weil das tatsächlich immer so eine, so eine feste Sendestrecke war.
00:50:43: Sprecher 1 Ja, es stimmt, die Feste sind das Träge ist wahrscheinlich immer ein großartiges, eine großartige Begründung dafür, dass man solche Anker braucht. Gewissermaßen Exportwirtschaft.
00:50:53: Sprecher 1 Weil anderen ist es ähnlich wie beim MDR Info Radio. Höre ich das auch ähnlich? Ja, aber vermutlich ist tatsächlich journalismus schon in der Ausbildung stiefmütterlich behandelt. Ich denke ich nicht drin, aber das könnte ich mir vorstellen, weil auch im Inforadio, obwohl wir wirklich noch all unsere Sendeplätze haben, stehen die Leute nicht Schlange, um unbedingt ins Wirtschaftsressort wechseln zu wollen.
00:51:18: Sprecher 3 Und dass das Ding, also ich glaube, das Wissen fehlt ja vor allem auch schon in den Redaktionen, nicht nur sozusagen bei denen, für die die Redaktionen produzieren, sondern in den Redaktionen selber fehlt dieses Wissen. Aber um mal noch ein anderes Thema anzuschneiden Es interessiert mich natürlich sehr. Du bist ja auch ein Spezialist für die Ostrock Szene und ich war letztes Jahr das erste Mal bei dem.
00:51:38: Sprecher 3 Oder es gab es erste Mal das Klassentreffen der rockmusik in Neuruppin. Ich weiß nicht, ob du da auch gewesen bist und bin auch mit der Musik groß geworden, weil mein Bruder selber in ein Bands gespielt hat und Bands gegründet hat und war sehr erfreut darüber, dass da nicht nur der RBB berichtet hat, sondern sogar auch die Tagesschau vor Ort gewesen ist und da einen kleinen Schnipsel gebracht hat darüber.
00:51:58: Sprecher 3 Aber hab generell also das ist auch so ein kleiner Wandel, der jetzt stattfindet, der vor allem durch so ne Band wie Silly angestoßen wurde. Aber sag ich mal, 20 Jahre nach der Wende 20 25 Jahre war das ein absolutes NoGo Thema in der bundesdeutschen Berichterstattung. Das gab es wirklich nur beim MDR und beim RBB und auch da eher verschämt.
00:52:21: Sprecher 3 Also bei Radio eins hatte es Ostmusik unglaublich schwer. Wie erklärst du dir das? Was? Warum ist man nicht in der Lage, einfach zu sagen Da sind ein paar Millionen Menschen mit ihrer Tradition gekommen und da gehört ja populäre Musik auch mit dazu. Was? Warum hat und hat es dieses Thema auch so schwer?
00:52:42: Sprecher 1 Das ist auch ein richtig weites Feld. Ich glaube, einen ersten Fehler haben, wenn man es so sagen möchte, haben wir Ossis selber gemacht, nämlich dass wir ein paar Jahre lang uns überhaupt nicht mehr dafür interessiert haben, was Pankow oder sonst irgendjemand an Musik macht. Weil wir waren erst mal so hungrig auf alles das, was jetzt richtig im Original zu sehen gewesen ist.
00:53:02: Sprecher 1 Wir konnten hinter uns sehen, dass viele ein perfekter Begriff Master Richards ist, der Gitarrist in Pankow. So ist es. Der Gitarrist von Pankow hat dann nicht mehr so wahnsinnig interessiert. Wir konnten Chris Richards sehen. Das war sicherlich ein erster Genickschlag. Dann gab es ganz viele, ja kulturwirtschaftliche Fehlentscheidungen, wie mit dem Amiga Erbe umgegangen worden ist. Das war eine eine höllische Sauerei.
00:53:34: Sprecher 1 Später wurde das so ein bisschen vom von Westjournalisten, sag ich mal so, ins ins exotische Eckchen gestellt. Dann wurde extra der Begriff Ostalgie erfunden. Das ging dann so um die 2000 oder wir ging das los, das so ah, die haben ja Ost und die haben ja auch Musiker, die interessieren sich jetzt für ihre Musik. Komisch, aber das blieb immer im Prinzip ein bisschen so im Kästchen und ich meine, sagen wir mal ehrlich, was wissen wir denn zum Beispiel in der Breite vom Westrock?
00:54:06: Sprecher 1 Ja, man kennt Westernhagen, man kennt Grönemeyer, man kennt BAP, vielleicht die Hosen und die Ärzte noch oder so was. Aber in der Breite, in der Tiefe wissen wir über den Westrock auch nicht so wahnsinnig viel. Und so ist es wahrscheinlich ähnlich im Ostrock. Eine gewisse Arroganz spielt definitiv auch eine Rolle. Ich meine, alleine, dass wir den Begriff Ostrock verwenden, ist ja putzig genug.
00:54:29: Sprecher 1 Es gibt ja auch den Westrock, Also es gibt Rockmusik, aber irgendwie ist das halt so drin und das ist wer ist Special Interest hat sich immer noch damit zu beschäftigen und oder wie ich das mal mit einem Koautor oder mehreren Kuratoren gemacht habe, ein Buch über Osteuropa Rock und dessen Einfluss auf den DDRRock zu schreiben, das ist dann schon sehr, sehr speziell.
00:54:52: Sprecher 3 Gibst du dem eine Chance? Also dass sich das noch weiter verändert und irgendwie jetzt ein bisschen befreiter? Auch dadurch, dass viel Zeit vergangen ist.
00:55:00: Sprecher 1 Ich habe keine Ahnung. Also die großen Alten, sage ich mal despektierlich, treten ja peu a peu ab. Ich habe mit Hille und Herzberg, den beiden Pankow Leuten zu ihrer letzten Tour auch noch ein Interview gemacht. Für die hat es keinen großen Sinn mehr. Es ist, es wird, Es ist nie, nie darüber hinausgekommen. Eine wahnsinnig populäre Band in den neuen Bundesländern zu sein.
00:55:29: Sprecher 1 Im Radio finden sie nicht statt. Irgendwann fehlt dann auch die Kraft, da weiter zu machen und sich immer wieder zusammenzusetzen, im Probenraum zu gehen, neue Songs zu schreiben etc. etc. Irgendwann ist der Ofen aus und die Luft raus.
00:55:42: Sprecher 1 Es gibt trotzdem immer, immer wieder Bands, die nachwachsen. Aber ich glaube, die großen Zeiten von von Rockstars oder so sind eher vorbei. Das verwischt und verwächst sich.
00:55:58: Sprecher 4 Du kanntest noch deine Urgroßmutter? Das stimmt. 1885 geboren 1980 gestorben. Das war ja eine Zeit, in der unheimlich viel Veränderung passiert ist. Von einer bäuerlichen Gesellschaft hin in die Moderne. Glaubst du, wir stehen jetzt vor ähnlichen Veränderungen mit KI?
00:56:24: Sprecher 1 Ähm, ein großer großer Bogen.
00:56:30: Sprecher 1 Auf die Urgroßmutter zurückzukommen, da. Über die habe ich mit Axel Bojanowski geredet, der ein spannendes Buch geschrieben hat und viel dazu veröffentlicht, dass wir auf das, was wir geschafft haben, eigentlich auch ziemlich stolz sein können und ziemlich beeindruckt sein dürfen, sozusagen als Menschheit. Wie weit wir das geschafft haben, dass es alleine keine Hungersnöte auch in Europa mehr gibt, Die Zeit meiner Urgroßmutter noch einmal waren.
00:56:52: Sprecher 1 Da ist alle paar Jahre der Sommer mau gewesen und dann gab es im nächsten Jahr einen Hungersnot. Das war normal und Mangelernährung gibt es alles nicht mehr. Aber zurück zu KI Ich vermute, da kommt wirklich gewaltig was auf uns zu. Also alleine für unseren Job recherchieren mithilfe von KI. Sich mal eben zu erkundigen wie viele Kohlekraftwerke gibt es eigentlich in Deutschland noch und wie viele gehen jedes Jahr in China ans Netz?
00:57:20: Sprecher 1 Um bei dem Beispiel zu bleiben Das habe ich heute gerade nachgeguckt. 1923 25, 2023 gab es, glaube ich, noch 58 Kohlekraftwerke in Deutschland und China baut jedes Jahr zwischen. Die Angaben schwanken zwischen 95 und 150 Kohlekraftwerke. Neu. Also auch wenn wir alle unsere Kohlekraftwerke abgeschaltet haben, kommen in China doppelt so viele neue ans Netz. Das sind auch so Zusammenhänge, die man braucht.
00:57:45: Sprecher 1 So was geht inzwischen rasend schnell, dass da hast du früher statistische Jahrbücher durchgucken müssen und dann wahrscheinlich sogar noch mal sicherheitshalber anfragen, weil die Angaben variieren und China auch nicht unbedingt ausweist, wie viele Kraftwerke sie bei uns und die, die weiß nur die Megawattzahlen aus. Das muss man dann wieder ein bisschen zurechtrechnen. Wie groß ist denn so ein Kraftwerk üblicherweise?
00:58:06: Sprecher 1 Was da hingesetzt wird, das ist. Das geht rasend schnell. Du kannst rasend schnell, selbst wenn du dir bloß ein ungefähres Zitat noch von irgendjemand einfällt, der irgendwas mal gesagt hat. Zu Kontaktschuld findet die KI ziemlich schnell vermutliche Quellen und dann kannst du die. Von der kann ich auch sagen, Gib mir mal die genaue Quelle und noch mal selber nachgucken.
00:58:28: Sprecher 1 Weil ich würde mich nicht zwingend drauf verlassen, dass die KI das exakte zitiert ist. Das würde ich schon noch mal checken, aber das geht inzwischen irre schnell. Und die legendären großen Rechercheabteilungen, auf die der Spiegel zum Beispiel früher musste da wahnsinnig stolz gewesen ist dir jede einzelne Spiegelgeschichte. Das muss heute anders werden, jede einzelne Spiegelgeschichte wirklich haargenau in jedem klitzekleinen Detail unterfüttert haben, die man so nicht mehr brauchen?
00:58:55: Sprecher 4 Ja, und was den Journalismus angeht, werden sich da auch die Wege trennen. Also wir sehen ja schon jetzt, es gibt Medien, die fast komplett auf KI setzen und es gibt die, die sagen so wir, wir schätzen noch das Menschgemachte und werden es irgendwie mit so einem Stempel versehen. So bei uns wird noch handmade gearbeitet.
00:59:17: Sprecher 2 Genau rein Made.
00:59:21: Sprecher 4 Das. Also da steht wahrscheinlich auch unsere Branche noch vor vor sehr großen Herausforderungen und das Mediensterben setzt setzt jetzt erst an na.
00:59:34: Sprecher 1 Ja, sicherlich. Ich habe heute einen lustigen, lustiges Bonmot gelesen, weiß nicht mehr genau von wem. Es geht auch nur ungefähr so Ich möchte, dass das die KI meine Wäsche erledigt und meinen Abwasch, damit ich schreiben kann und nicht, dass sie für mich schreibt, damit ich waschen und abwaschen kann. Also ich glaube, da werden wir nicht hinkommen. Ich glaube, die KI wird wird nie wirklich Wäsche waschen im klassischen Sinne, aber da wird es wirklich viel umräumen und neu ordnen.
01:00:02: Sprecher 1 Und da die den Weg zu finden, der darauf hinausläuft, dass man die Möglichkeiten der KI nutzt, zum Beispiel für Recherche, zum Beispiel für Formulierungsfragen, zum Beispiel bei der Suche nach einem gescheiten Synonym, Weil ich nicht zum siebten Mal ein bestimmtes Wort verwenden möchte, wird es eine wahnsinnig große Hilfe, eine schnelle und wahnsinnig schnelle Hilfe sein. Das ist irre, wie wenn man da zuguckt.
01:00:24: Sprecher 1 Wenn man eine Frage eintippt, dann siehst du ganz kurz rütteln und zack, kommt eine komplexe Antwort mit mit Fakten, Belegen und Hintergründen und dem Angebot. Ich kann dir das auch alles noch mal als Tabelle auswerfen, damit es übersichtlicher ist. Das ist irre. Aber sozusagen diese Mittel zu nutzen, um besser zu schreiben, zu senden, das wäre, das wäre der Weg, der, glaube ich, der Gescheitere ist, weil was sie uns vermutlich nie abnehmen wird können.
01:00:54: Sprecher 1 Die KI ist Debatte, ist offene Debatte, ist Streit, ist Widerspruch, ist Kompromissfindung. Ich glaube, das kann keinen können.
01:01:02: Sprecher 2 Nicht wenige Journalisten haben ja so eine Mathephobie und sagen will ich ja nichts mit zu tun haben. Ist aber groß geworden. Schaffen die es dann mit KI wirklich umzugehen und kommen die dann tatsächlich in eine Situation, dass sie auch wissen, was ein Algorithmus wann für sie wie macht?
01:01:17: Sprecher 1 Da wird es schwierig, aber ich glaube, die Anwender Freundlichkeit von KI wird sehr schnell sehr sehr viel besser werden. Die das ist jetzt schon gut zu beobachten. Du musst eigentlich nur halbwegs präzise wissen, was du genau wissen willst. Wenn du der KI ungefähre Fragen stellst, wird es diffus, Wenn du sehr genau wissen willst, was du was du. Wenn du sehr genau weißt, was du wissen willst und diese Frage sehr präzise stellst, kommt die KI sehr schnell.
01:01:42: Sprecher 1 Und wie gesagt, sie liefert auch sehr schnell die die Urquellen und die Belege und die die wörtlichen Zitate und die Fundstellen etc. Da musst du dann halt noch mal nachgucken, wenn du sichergehen willst, wenn du nicht einfach dich komplett drauf verlassen willst, sie wird es schon richten.
01:01:57: Sprecher 3 Zum Abschluss würde ich gerne noch eine Frau, da stelle ich gerne noch eine Frage. Du bist ja jetzt beim RBB draußen und können es jetzt theoretisch in Rente gehen, was wahrscheinlich machen, aber wie lautet deine Antwort, wenn jetzt ein junger Mensch zu dir kommt? Also mir ist das schon passiert und sagt ich finde es toll, ich möchte Journalist oder Contentcreator, wie das heute heißt werden.
01:02:23: Sprecher 3 Wie ist deine Antwort?
01:02:24: Sprecher 1 Zu Content Creator könnte ich gar nix sagen. Ich habe mich damit mit all diesen Begrifflichkeiten und auch mit den selbst, mit den Inhalten wirklich immer schwer getan. Ich wollte immer Radio machen. Ich Mir ist klar, dass das dass das ausstirbt, dieses reine Ich will nur Radio machen, das wird sich ändern. Ansonsten bin ich kann die Frage geradezu konkret beantworten.
01:02:46: Sprecher 1 Mein Sohn hat mich das gefragt. Oder hatten wir vor langer, längeren Jahren schon gesagt oder vor etlichen Jahren schon gesagt Interessiert ihn wahnsinnig, Würde wahnsinnig gerne machen.
01:02:58: Sprecher 1 Da wurden zwei Herzen in meiner Brust. Also zum einen kann es was unglaublich Befriedigendes sein, journalistisch arbeiten zu können und es kann wahnsinnig frustrierend sein, weil im Augenblick haben wir ein Stadium, wo es wo die die Offenheit zu wünschen übrig lässt, um das mal sehr, sehr diplomatisch zu formulieren, wo, wo Querdenken plötzlich ein Label ist für Bekloppte. Querdenken war bis vor kurzem noch.
01:03:33: Sprecher 1 Hallo, das gehört.
01:03:34: Sprecher 2 Dazu Mit Journalistenstuben.
01:03:36: Sprecher 1 Bitte von der Seite gucken und von der anderen. Und noch von einer an den nicht nur den zweiten, sondern auch den dritten und den vierten Blick wagen. Da ist gerade der Westen, da entscheidet sich gerade was, wo es hingeht. Sagen wir mal so, ob die diese, diese Blockadehaltung noch verstärkt wird oder ob man den Blick wieder zu weiten in der Lage ist.
01:03:58: Sprecher 1 Das wird sich jetzt irgendwie demnächst entscheiden müssen. Und wie man sich selbst dann persönlich entscheidet, das muss dann halt jeder, auch mein Sohn, selber wissen.
01:04:09: Sprecher 4 Vielen Dank. Erzähl, dass du zu uns gekommen bist.
01:04:13: Sprecher 1 Ich war gerne hier.
01:04:15: Sprecher 4 Das war sachlich richtig. Der Medienpodcast der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung Wenn es euch gefallen hat, wenn es ihnen gefallen hat, hinterlasst gern ein Like oder abonniert uns gleich die Glocke bei YouTube und natürlich auch bei allen anderen Podcast Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts oder auch die freien Podcastplattformen seien hier auch mal erwähnt. Und ja, uns gibt es nächste Woche wieder.
01:04:40: Sprecher 4 Vielen Dank und bis dann.
01:04:46: Sprecher 1 Dank und bis zum nicht mal Tschüss. Tschüss.
Neuer Kommentar